Erdbebenversicherung (Obligatorium) hat schlechte Chancen

News vom Montag, 5. September 2016

SRF News Schweiz vom 14.10.2013 / von Christine Wanner

Die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung wird ein schwieriges Unterfangen: In mehreren Kantonen gibt es Widerstand dagegen. Auch beim Volk dürfte es eine entsprechende Vorlage schwer haben.

Ursprünglich hatte das Parlament eine obligatorische Erdbebenversicherung gefordert, woraufhin das Finanzdepartement zwei Vorschläge ausarbeitete. Nach der nun endenden Anhörung zeigt sich: Das föderale Modell ist wohl bereits vom Tisch.
Organisation, Verwaltung und die Erledigung von Schäden seien bereits vorhanden und könnten auf die Erdbebenversicherung übertragen werden, heisst es dazu beim Sachversicherungs-Verband (SVV). Doch für dieses föderale Modell braucht es ein Konkordat – und dem müssen alle Kantone zustimmen.

Auch Hauseigentümer gegen Obligatorium

Dazu wird es kaum kommen: Verschiedene Kantone lehnen die obligatorische Erdbebenversicherung ab, so etwa der Thurgau. Regierungsrat Jakob Stark begründet dies mit der «ausserordentlich geringen Wahrscheinlichkeit» eines Erdbebens. Ausserdem gebe es bereits heute die Möglichkeit, eine Privatversicherung abzuschliessen. Auch der Kanton Graubünden will keine obligatorische Erdbebenversicherung.

Also bleibt von den beiden Vorschlägen des Bundesrates nur die Bundeslösung übrig. Doch die verlangt eine Verfassungsänderung und somit eine Volksabstimmung, die kaum zu gewinnen sein wird: Erst vor drei Jahren scheiterte die Einführung einer Erdbebenversicherung am Widerstand des Hauseigentümerverbandes.